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Gedanken: Menschengemachte Katastrophen
Nicht ganz einfach, die Frage, - warum passieren so schreckliche Dinge wie der Brand in der
Bergbahn am Kitzsteinhorn?

Trotzdem, oder gerade deshalb muß man sich Gedanken machen. Warum? Wozu?
Manche sind der Ansicht: Katastrophen habe es schon immer gegeben. Schon der Urknall war eine
Katastrophe kosmischer Dimension - und wohl auch nötig, denn sie hat die Welt so gemacht, wie wir sie
heute kennen . Aber dieser Brand ist etwas anderes, ebenso wie Brände in Kraftwerken und
Bergwerksstollen, Flugzeugabstürze, Lawinen in Skigebieten, durchgebrannte Kernkraftwerke, Kriege und
und...

Ich schreibe nicht über Naturkatastrophen, sondern menschengemachte oder -verursachte Katastrophen.
Dazu fällt mir spontan zunächst eine Geschichte aus dem alten Testament ein. Im ersten Buch Mose
(Genesis 11,1ff) wird die Geschichte des Turmbaues zu Babel erzählt. Da bauen die Menschen ein - für
ihre Verhältnisse- Wunderwerk der Technik und mittendrin kommt Gott und läßt eine Katastrophe
passieren, die diesen Turm, die ganze Stadt, ja - das ganze Land dermaßen erschüttert, daß die Menschen
sich veranlaßt sehen, sich in alle Welt zu zerstreuen. Was genau geschah, wird zwar nicht erzählt, aber ich
stelle mir vor, daß es wirklich schrecklich war. Warum? Wozu?

Steht diese Geschichte nicht im krassen Widerspruch zu dem zu schon viel früher gegebenen Auftrag
an die Menschen, sich die Erde untertan zu machen? Lesen wir ruhig einmal nach, was dort steht
(Genesis 1,24ff.). Das "sich die Erde untertan machen" bezieht sich auf ganz spezielle Dinge: Auf alle
tierischen Lebewesen und auf samentragende Pflanzen sowie fruchtbringende Bäume; - kurz gesagt, auf alle
lebensnotwendigen Lebewesen und Dinge.

Von himmelragenden Türmen oder anderen technischen Erfindungen, die das Leben leichter und
angenehmer machen, steht da nichts. Nichts von Kernkraftwerke, Autos, Flugzeugen, Tunnels,
Drahtseilbahnen, Telefon oder Computer - Nichts! Noch nicht einmal Rad und Feuer werden erwähnt; und
ich denke, daß diese Dinge von den Menschen der damaligen Zeit schon lange angewandt wurden.

Aber dieser Auftrag sich die Erde untertan zu machen, inclusive seiner Möglichkeiten, wurde noch im Garten
Eden gegeben, als der Mensch noch seine Unschuld besaß.

Der Mensch verlor dann irgendwann seine Unschuld (Genesis 3,1-5). - Da unsere Wissenschaftler bis heute
noch nichts konkretes über die Entwicklung des abstrakten Denkens und der Fertigkeit zur Entwicklung von
Techniken sagen können, will ich bei dem biblischen Bild bleiben.


Jedenfalls wurde der Auftrag von Gott verändert und aus dem Segen wurde ein Fluch (Genesis 3,16-24). Er
gab den Menschen Röcke aus Fellen, damit sie sich nicht mehr nackt fühlen mußten, - also eine Technik .
Das Gefühl nackt zu sein ist aber bereits abstraktes Denken, also Folge des Genusses der Frucht des
Baumes der Erkenntniß.

War es im Paradies überflüssig abstrakt zu denken und Techniken zu entwickeln, so wurde es jetzt lebens-
und überlebensnotwendig.

Warum kommt es aber noch immer zu diesen technischen Katastrophen, trotz jahrtausend langer
Weiterentwicklung und Perfektionierung? Warum besteht aber dieser Fluch, den Gott bei der Ausweisung
aus dem Paradies aussprach weiter?

Die Antwort liegt auf der Hand und widerspricht keineswegs den Erkenntnissen über die Evolution:

Die Menschheit hat einen Schritt getan, der nicht umkehrbar ist. Wir können nicht zurückkehren zu
vorsteinzeitlichen Verhältnissen, ohne daran zugrunde zu gehen. Wir können unsere Unschuld nicht mehr
selbst zurückgewinnen. Selbst unsere Grundeinstellung, wie Gott sein zu wollen, können wir ohne die Hilfe
Gottes, ohne die Hilfe Jesu Christi, nicht ändern.

So lange wir gottgleich sein wollen, babylonische Türme bauen, unsere Technik immer schneller , höher ,
besser, perfekter, das heißt gottgleicher vorantreiben - so lange wird Gott uns immer wieder daran erinnern,
daß er der einzige Gott ist - und sei es mit Katastrophen.

Die Einsicht, daß ich kein Gott bin, macht mich aber noch nicht unschuldig, da ich ja doch immer wieder der
Verführung gottgleich sein zu wollen unterliegen werde. Aber sie ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Hilfe zur Einsicht und zum Umsetzen dieser Einsicht gibt aber nur der vertrauensvolle Umgang mit Gott und
Jesus - und der Glaube.
 
 
 
 
 
Genesis (1.Buch Mose)

11,1 Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache.
11,2 Als sie nun nach Osten zogen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und wohnten daselbst.
11,3 Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, laßt uns Ziegel streichen und brennen! - und nahmen
Ziegel als Stein und Erdharz als Mörtel
11,4 und sprachen: Wohlauf, laßt uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den
Himmel reiche, damit wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder.
11,5 Da fuhr der HERR hernieder, daß er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder
bauten.
11,6 Und der HERR sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen, und dies
ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich
vorgenommen haben zu tun.
11,7 Wohlauf, laßt uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, daß keiner des andern
Sprache verstehe!
11,8 So zerstreute sie der HERR von dort in alle Länder, daß sie aufhören mußten, die Stadt zu bauen.
11,9 Daher heißt ihr Name Babel, weil der HERR daselbst verwirrt hat aller Länder Sprache und sie
von dort zerstreut hat in alle Länder.
 
1,24 Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendiges Getier, ein jedes nach seiner Art: Vieh,
Gewürm und Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art. Und es geschah so.
1,25 Und Gott machte die Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art
und alles Gewürm des Erdbodens nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war.
1,26 Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen
über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere
des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.
1,27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als
Mann und Weib.
1,28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde
und machet sie euch
untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das
Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.
1,29 Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der
ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.
1,30 Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf
Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so.
1,31 Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend
und Morgen der sechste Tag.
 
3,1 Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte,
und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im
Garten?
3,2 Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten;
3,3 aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret
sie auch nicht an, daß ihr nicht sterbet!
3,4 Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben,
3,5 sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esset, werden eure Augen aufgetan, und ihr
werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.
 
3,16 Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter
Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, aber er soll dein
Herr sein.
3,17 Und zum Manne sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deines Weibes und gegessen von
dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen -, verflucht sei der Acker
um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang.
3,18 Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen.
3,19 Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du
genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.
3,20 Und Adam nannte sein Weib Eva; denn sie wurde die Mutter aller, die da leben.
3,21 Und Gott der HERR machte Adam und seinem Weibe Röcke von Fellen und zog sie ihnen an.
3,22 Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut
und böse ist. Nun aber, daß er nur nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des
Lebens und esse und lebe ewiglich!
3,23 Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, daß er die Erde bebaute, von der er
genommen war.
3,24 Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem
flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens.
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