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Statt vieler Worte zu den selbst ernannten Messiasen dieser Welt -
nur ein Wort Jesu:
"An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen"

Karfreitag 2003
Krieg und Frieden (17. Februar 2003)

Seit Monaten gehen die Diskussionen um Krieg oder Frieden zwischen Amerika und Irak hin und her. Truppen und Kriegsmaterial werden in die Golfregion verlegt und die Welt ist uneins. Die einen befürworten den drohenden Krieg, die anderen protestieren dagegen, beide seltsamerweise aus humanitären Gründen. Die einen spekulieren bereits wie man einen geschäftlichen Profit aus dieser Situation erlangen kann, die anderen sehen ihre Existenz bedroht. Viele Perspektiven werden erörtert.

Welchen Standpunkt soll nun ein Christ einnehmen?

Die christlichen Kirchen haben einen selten klaren Standpunkt eingenommen und appellieren an alle beteiligten Politiker einen Krieg zu vermeiden und den Frieden anzustreben.

Einige Politiker aus dem "christlichen" Kulturkreis glauben eine "Achse des Bösen" identifiziert zu haben, weil es dort Leute gibt, die statt mit Kanonen, Flugzeuge oder Raketen ihre Sprengkörper zu Fuß ins Ziel bringen. Sie halten sich für Werkzeuge Gottes, die nun das "Böse" mit militärischen Mitteln aus der Welt schaffen werden.
Andere halten es mehr mit der christlichen Kirche und mahnen zur Zurückhaltung. Sie suchen den diplomatischen Weg, denn man will sich ja auch nicht mit der, weltlich gesehen, mächtigsten Macht überwerfen und selbst als Bösewicht der bösen Achse bezeichnet werden.

Wo liegt nun die Antwort auf all die verwirrenden Standpunkte und Aussagen?

Befassen wir uns doch einfach einmal mit den Aussagen, die unser Herr, Jesus Christus, dazu gemacht hat.
Nachzulesen im Matthäusevangelium:

24,3 Und als er auf dem Ölberg saß, traten seine Jünger zu ihm und sprachen, als sie allein waren: Sage uns, wann wird das geschehen? und was wird das Zeichen sein für dein Kommen und für das Ende der Welt?
24,4 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Seht zu, daß euch nicht jemand verführe.
24,5 Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin der Christus, und sie werden viele verführen.

Jesus geht zunächst nicht auf die angesprochenen Sorgen seiner Jünger bezüglich seiner Wiederkunft ein, sondern gibt eine verblüffende Antwort: "Seht zu, daß euch nicht jemand verführe!" – Es ist nicht die Weltuntergangsstimmung, die ein Krieg heraufbeschwört, die einem Christen Sorge bereiten soll, sondern daß er sich nicht verführe lassen soll. Da stellen sich doch sofort zwei Fragen: Von wem sollte ich verführt werden? – und – Wozu sollte ich verführt werden?

Die Frage "von wem" beantwortet Jesus noch im gleichem Atemzug: " ... es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen ich bin der Christus ...". Der Christus, der Gesalbte, der Gottgesandte, das Werkzeug Gottes – der, der gegen die Achse des Bösen auftritt, oder hört man die Worte des anderen politischen Lagers, der, der gegen die Ungläubigen kämpfen will. Schon die Situation, daß in diesem Konflikt gleich zwei "Christusse" gegeneinander antreten entlarvt diese falsche Prophetie und läßt egozentrische, höchst menschliche, vielleicht sogar psychopathologische Motive vermuten. Auf jeden Fall trifft Jesus mit seinen Worten ins Schwarze: Ein Christ soll sich nicht von ihnen verführen lassen.


Und wozu sollten mich diese Leute verführen wollen? – Lesen wir weiter:

24,6 Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt nicht. Denn das muß so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da.

Von Kriegen und Kriegsgeschrei hören wir heute im Zeitalter der modernen Medien mehr denn je. Jesus sagt, wir sollen "zusehen", d.h. es zur Kenntnis nehmen und daraus unsere Schlüsse ziehen und - "nicht erschrecken", d.h. nicht in Hysterie verfallen und kopflos reagieren und dadurch anfällig werden für "Verführer". Wir sollen vielmehr mit klarem Kopf die Situation betrachten, realistisch bleiben und uns überlegen, wie wir christlich, also liebevoll (im Sinne der Nächsten- und Feindesliebe) darauf reagieren können. Jesus weist seine Jünger und damit auch uns zunächst darauf hin auf welchem Boden die Verführung durch oben genannte Verführer erwächst und wird noch deutlicher:

24,7 Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort.

Eine Situation, die nicht nur damals die bekannte Welt erschreckt hat, sondern uns heute tagtäglich in den Medien vor Augen geführt wird. Der eigentliche Boden der Verführung ist die Angst vor einer Weltuntergangsstimmung. Jesus geht jetzt konkreter auf die besorgten Fragen und Ängste seiner Jünger ein:

24,8 Das alles aber ist der Anfang der Wehen. 24,9 Dann werden sie euch der Bedrängnis preisgeben und euch töten. Und ihr werdet gehaßt werden um meines Namens willen von allen Völkern.

Ein sehr realistisches Bild. Damals kam es zu einer weltweiten Christenverfolgung. Heute werden Christen als unrealistische Spinner abgetan. Kein Massenmord wie damals, aber doch immerhin Rufmord. Hört man die Nachrichten sorgfältig, gibt es in einigen Teilen der Erde aber auch schon wieder Morde und Massaker an Christen; übrigens ein Trend der im Zunehmen begriffen ist. Das ist versteckter und offener Haß. Und die Folge davon?

24,10 Dann werden viele abfallen und werden sich untereinander verraten und werden sich untereinander hassen.

Daraufhin also zielt die Verführung: Verlust des Glaubens, der Treue und der Liebe. Hinwendung zur Gottlosigkeit, Verrat und Haß.

24,11 Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen.

Und nicht nur oben genannte politische Verführer werden auftreten, sondern noch viele andere. Wir können sie heute schon teilweise sehen: Als Beispiel seien nur Gruppierungen zu nennen ,die im Namen des Friedens Haß predigen und zu Gewalttätigkeit aufrufen. Viele Menschen machen sich zwischenzeitlich diese Meinung zu Eigen ohne zu bemerken, daß eine gewalttätige Friedensbewegung eine komplett paradoxe Angelegenheit ist. Weit paradoxer als die Botschaft der Liebe Gottes mit ihrer Aufforderung nicht nur zur Nächsten- sondern auch zur Feindesliebe.

24,12 Und weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten.

Das ist der eigentliche Punkt: Die Liebe wird erkalten. Die Lebensqualität wird einen Tiefpunkt erreichen. Selbst der reichste und mächtigste, selbst der angesehenste und gefürchtetste Mann wird, wenn er nicht Liebe schenkt und Liebe erfährt, unglücklich sein – totunglücklich! Er wird von Sorgen und Ängsten, von Selbstzweifel und Einsamkeit zerfressen werden - bis zum Wahnsinn. Er wird keinen Himmel auf Erden haben, weder zu Lebzeiten noch danach. Dies sind die Folgen der Verführung, die auch auf jeden Christen einzuwirken versucht, wovor uns Jesus warnt. Jesus wäre nicht Jesus wenn er uns nicht einen Ausweg aus diesem Dilemma, eine Perspektive zeigen würde. Er nennt uns den Standpunkt, den wir einnehmen sollen um ein "lebenswertes" Leben zu leben:

24,13 Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden.

Wer die Liebe behält und damit den Glauben, die Hoffnung und die Treue bis ans Ende, wie auch immer dieses Ende aussehen mag, der wird selig werden.
Und noch etwas macht Jesus seinen Jüngern und uns am Ende klar:

24,14 Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen.

Die Frage nach dem Ende der Welt ist keine Frage des Datums und der Uhrzeit. Was zählt ist jeder Augenblick der Liebe, jeder Gedanke, jede Tat.

Vor Gott zählt jeder Mensch, der zur Liebe gerettet wird.